• Maria & Markus

Reisebericht von Maria Gfrerer

Bei einem Uganda-Vortrag von Maria und Markus im Herbst 2013 war mein Mann Sebastian (Griaßbichi Wost) besonders berührt vom Bericht der St. Josefs-Brunnen-Einweihung und dem Gedanken „Wasser ist Leben“.


Daraufhin wünschte er sich zu seinem 50. Geburtstag aus Dankbarkeit dafür, dass es uns so gut geht und wir reichlich genug zum Leben haben, von Verwandten und Freunden, die ihn beschenken wollten, die Unterstützung eines weiteren Brunnens. Er konnte dann mit Markus, Richard Schwarzenauer und Karl Schwaiger im Februar 2014 nach Uganda reisen. Er war überwältigt von den Begegnungen mit so vielen Menschen und wie viel Wertvolles hier durch die Schwestern und die langjährige und beständige Unterstützung der Hutteggers und so vieler großzügiger Menschen aus dem Pongau bereits aufgebaut werden konnte. Besonders die Freude der Kinder, die oft in Scharen zwischen den Hütten hervorlaufen, wenn sie Muzungos (Weisse / Fremde) sehen, hat ihn sehr berührt. Mit Unterstützung von Pfarrer Theo Maierhofer, der ein Auszeitjahr auf der Station verbrachte, konnte auch der Brunnenbau organisiert werden (der bereits einige Monate später gebaut wurde). – Und: er wollte wieder kommen.


So nahmen wir die Einladung von Maria und Markus an, nach Weihnachten 2014 über Neujahr mit ihnen nach Afrika zu reisen. Da wir die um einige Tage verlängerten Weihnachtsferien zeitlich gut nutzen wollten, flogen Sebastian, unser jüngster Sohn Tobias und ich, Maria, am 26. Dez. nach Uganda. Wir verbrachten vorerst drei Tage in Jinja am Viktoriasee, um langsam in Afrika anzukommen und erste Eindrücke im Land zu sammeln. Wir waren überwältigt von der Wärme, vom Grünen und üppigen Blühen – dem ungeahnten Reichtum an Pflanzen. Ebenso gut tat uns der freundlich-fröhliche Empfang durch den Taxi-Chauffeur, der uns vom Flughafen abholte, unsere Quartiergeber … Sogleich hüllte uns auch der allgegenwärtige Geruch von den Koch-Feuern ein – ein irgendwie vertrauenserweckender, heimatlicher Duft, wie früher auf unseren Almen.


Freilich wurden wir auch mit der Sinnfrage konfrontiert, wie wir uns als „reiche“ Weiße hier angemessen verhalten können angesichts der Armut. Die Menschen wollen in Kontakt mit uns treten und setzen Hoffnungen in uns. Auch ist ihre unterwürfige Art uns zu begegnen anfangs sehr befremdlich.


Doch bereits nach einigen Tagen war unser Blick nicht mehr so sehr auf die Armut und den Schmutz (überall liegt Plastikmüll … herum) gezogen, sondern wir sahen mehr und mehr die würdevolle, fröhliche, lebendige, ruhige Ausstrahlung der Menschen.


Am 29. Dez. fuhren wir dann nach Mityana auf die Missionsstation Mizigo der Marienschwestern vom Carmel, wo Maria und Markus kurz vorher eingetroffen waren. Es tat gut, von ihnen und den beiden Schwestern Elisabeth und Margit so herzlich in ihrer zweiten Heimat aufgenommen zu werden. Wir durften im Schwestern-Konventsbereich mit den vieren mitessen und –leben, was wir als besonderes Privileg empfanden. So konnten wir spüren, wie die Schwestern und die Hutteggers mit den Jugendlichen „arbeiten“— in großer gegenseitiger Wertschätzung. Maria und Markus zeigten uns aber nicht nur die Station, sondern nahmen uns auch mit in die Dörfer und zu den Familien der Jugendlichen, … zu denen sie in den letzten sechs Jahren Beziehungen aufgebaut haben. Wir konnten auch ein Krankenhaus besuchen, lernten einen sehr engagierten Schuldirektor kennen … und auch die kleine Jennifer, die durch die Augenkrankheit Trachon kurz vor dem Erblinden war und freuten uns sehr, die Untersuchungen, die Operation und ihren Schuleintritt unterstützen zu können.


Besonders beeindruckt hat mich, wie die Menschen verschiedener Religionszugehörigkeiten respektvoll und friedlich miteinander leben.


Auf der Station wurde am 3. Jänner eine große Profess-Feier ausgerichtet. Dabei konnten wir auch die bunte, lebendig-fröhliche Art des Feierns mit afrikanischen Tänzen und Gesängen bei einem Gottesdienst erleben, wie auch die Fülle der verschiedensten afrikanischen Speisen verkosten und genießen.


Die jungen Erwachsenen, die auf der Station leben und arbeiten, haben uns gegenüber immer wieder ihre große Dankbarkeit über die finanzielle Unterstützung ihrer Ausbildungen aus Österreich ausgedrückt.


Wir feierten Tobis 15. Geburtstag hier und fuhren aus diesem Anlass auf eine Safari in den Queen Elisabeth Nationalpark . Natürlich ist es ein besonderes Erlebnis, Afrikas Tiere aus nächster Nähe beobachten zu können. Besonders lustig waren für uns auch die Fahrten mit den Border-Borders, den Taxi-Mopeds, die an jeder Ecke bereitstehen und die für kürzere Strecken genommen werden.

Die Großherzigkeit, Tatkraft und das Wohlwollen der Schwestern haben uns drei besonders beeindruckt!


Nach einer guten Woche habe ich gespürt, wie mein Herz beginnt, hier Wurzeln zu schlagen, wie wohl ich mich fühle in diesem Land und dass auch ich das Bedürfnis habe, wieder zu kommen – „wenn´s Gott´s Will´n is“.


In großer Dankbarkeit Maria Gfrerer

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