• Maria & Markus

Reisebericht von Katharina Erler

Bevor wir am 15.07.2015 unsere Reise nach Uganda antraten, machte sich bei mir das Gefühl der Unsicherheit breit. Was würde uns in einem Land erwarten, dass so weit weg und ganz bestimmt ganz unterschiedlich zu unserer Heimat sein wird? – Wir waren sehr froh, dass wir diese Reise mit Maria, Markus und Franz antreten konnten.


Nach dem Flug von Salzburg nach Entebbe/Uganda über Istanbul bekamen wir am Flughafen von Entebbe bereits den ersten Eindruck, welches Gefühl die Einheimischen zur Zeit haben. Die Zeit, die wir eigentlich zum Warten einkalkuliert hatten, hat sich verdoppelt – also warteten wir schlussendlich 6 Stunden auf unser Taxi, das uns nach Mityana bringen sollte.


Doch anders als zu Hause, wo wir mit bestimmter Sicherheit durchgedreht hätten, hätte uns jemand so lange warten lassen, hat uns schon bei der Ankunft die afrikanische Lebensart eingenommen und wir nahmen das Warten hin – weil es ebenso ist.

Bei der Fahrt vom Flughafen nach Mityana zur Station Mizigo bekommt man schon einzigartige Eindrücke vom Land und von den Leuten. Die Straßen sing gesäumt von kleinen Verkaufsständen, auf denen die Frauen das selbst angebaute, in den schönsten Farben leuchtende Obst sorgfältig aufgereiht haben. Man merkt sofort, dass sich das Leben nicht in den kleinen, dunklen Hütten sondern auf der Straße abspielt. Die Frauen kochen an den Feuerstellen, die Männer spielen Brettspiele und die Kinder, machen, was Kinder eben machen – sie spielen.

Auf der Station Mizigo haben wir zusammen mit den Schwestern Elisabeth und Margit gewohnt. Das regelmäßige gemeinsame Essen mit den Schwestern hat uns die Gelegenheit gegeben mehr von den Jugendlichen, die auf der Station arbeiten zu erfahren. Den Jugendlichen, die vom Projekt „Tugende“ – Zukunft geben unterstützt werden, arbeiten in den Ferien und einige Zeit bevor sie ihre Ausbildung beginnen auf der Station – sie kochen, helfen bei der Landwirtschaft, bereiten die Zimmer vor. Auf diese Weise lernen sie, was es bedeutet Verantwortung zu übernehmen und es wird ihnen nahegebracht, dass die „Weißen“ ihnen nicht alles schenken können, sondern dass sie irgendwann einmal selbständig sein und auf eigenen Beinen stehen müssen/können. Wir machten Ausflüge in die umliegenden Dörfer, sahen uns Schulen und ein Krankenhaus an und fuhren auch in die Hauptstadt von Uganda – Kampala.

Nach ein paar Tagen auf der Station verabschiedeten wir uns von Maria, Markus und Franz und machten uns auf den Weg zum Murchison National Park. Wir verbrachten ein paar Nächte in einer Lodge und erkundeten den Nationalpark bei zwei sogenannten Games-Drives. Die Vielfalt der Natur- und Tierwelt hat uns begeistert. Wir sahen Giraffen, Büffel, unzählbare verschieden Vogelarten, Elefanten – und ein Highlight waren natürlich die Löwen. Auf einer Nilkreuzfahrt kamen wir zu den Murchisonfalls – gigantischen Wasserfällen des Nil – hier sahen wir Nilpferde und Krokodile hautnah.




So beeindruckend die Safari auch war – als wir danach wieder auf die Station kamen, fühlten wir uns ein bisschen so, als ob wir wieder „zu Hause“ wären.


Nach beeindruckenden 14 Tagen in Afrika, traten wir unseren Heimweg an. Uns viel der Abschied von Mizigo und den Leuten nicht leicht, da wir so herzlich aufgenommen worden waren.


Uganda war für uns kein Urlaub – sondern ein Erlebnis, von dem wir sicher noch sehr lange zehren werden und sicher ist auch, dass wir nicht das letzte Mal dort gewesen sind, denn auch noch zu Hause denken wir oft an die Menschen, die wir dort kennengelernt haben, an ihre Schicksale und ihre Lebenseinstellung. Ich bin dankbar, dass uns Maria, Markus und Franz es ermöglicht haben, Afrika aus der Sicht der Einheimischen zu erleben und nicht aus der Sicht von Touristen.


In der Zeit, die wir in Uganda verbracht haben, haben wir auch noch mehr über das Projekt „Tugende“ erfahren und sind seither noch mehr von dem Konzept begeistert, den Jugendlichen eine Ausbildung zu ermöglichen, damit sie später auf keine Hilfe von außen mehr angewiesen sind.


Ein Zitat, dass ich kurze Zeit nach unseren Aufenthalt in Uganda entdeckt habe, beschreibt glaube ich dieses Erlebnis am passendsten „Wer einmal den Sand Afrikas in seinen Schuhen hat, wird ihn ein Leben lang nicht mehr los.“


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