TUGENDE


Zukunft geben
 

Reiseberichte

Immer wieder begleiten uns Freunde, Bekannte und Interessierte auf unseren Reisen nach Uganda. Nachfolgend finden Sie Reiseberichte unserer Unterstützer*innen und Reisebegleiter*innen über die Erfahrungen und Lebens-Bekanntschaften in diesem Land voller Kontraste.


Reisebericht Monika & Elisabeth Gruber, Februar 2019

Von köstlichen Schlemmereien, über Tanzkurse bis hin zu Heiratsanträgen

Im Februar 2019 erfüllten wir uns den großen Traum einer mehrwöchigen Reise nach Afrika. Bereits seit langem wussten wir vom Projekt von Maria und Markus und besuchten auch einen Vortrag in Hüttschlag. Dabei wurde unser Wunsch, nach Uganda zu reisen, immer größer. Und so flogen wir am 9. Februar über Äthiopien nach Uganda. Im Community Center Mizigo wurden wir von Maria und Markus Huttegger und allen anderen herzlich empfangen. Ein perfekter Start in unser Afrika-Abenteuer J 

Nach dem ersten gemeinsamen Mittagessen machten wir uns auf den Weg in die Stadt Mityana. Wir spazierten durch die Gassen, kauften Stoffe, besuchten den Markt und gewannen einen ersten Eindruck von Afrika. Schnell wurde uns klar, hier ticken die Uhren und die Menschen anders als in Europa. Das Leben spielt sich mitten auf den Straßen ab: Hier wird gekocht, gegessen, gearbeitet. Zeit spielt eine nebensächliche Rolle.

Sehr beeindruckt waren wir von der Schule „Cornerstone“ in Kassanda. Dort wurde uns bewusst, was Maria, Markus, Franz und das gesamte Team von „Tugende“ auf die Beine gestellt haben. Die ca. 250 Kinder, die dieses Jahr die Schule besuchen, wirken alles andere als bedrückt. Man hat hier wirklich das Gefühl, dass die Kinder gut aufgehoben sind, eine fundierte Schulausbildung erhalten und damit die wichtigste Grundlage für ihre Zukunft geschaffen wird - Bildung! 

Für uns als Krankenpflegerinnen waren auch das Krankenhaus St. Luke bzw. das „medical center“ sehr interessant. Am meisten beeindruckt waren wir aber von den Menschen, die wir auf unseren langen Spaziergängen trafen. Trotz der großen materiellen Armut wirken die Menschen glücklich und haben uns mit ihrer Art und Weise den Alltag zu bewältigen, durchaus zum Nachdenken angeregt. 

Auch sonst machten wir einige spannende und neue Erfahrungen. Wenn man beispielsweise nachts in den Himmel schaut, liegt der Mond am „Rücken“. Und wenn man in Uganda ein „Nile“ bestellt (in englischer Aussprache „Neil“) erhält man kein Busserl sondern ein kaltes, ugandisches Bier. In dieser Gegend Sonnencreme zu kaufen kann durchaus herausfordernd sein, die Menschen waren aber sehr bemüht uns zu helfen, leider erfolglos! Sie finden es eher amüsant, warum wir „Muzungos“ uns diese weiße Salbe auf die Haut schmieren müssen ;). Nach unserem afrikanischen Tanzkurs bei den Jugendlichen im Community Center mussten wir mit Hüftschmerzen am Abend zu Bett gehen, dieser Rhythmus ist wohl eher nichts für uns. Verhungern wird man bei Schwester Elisabeth auf keinen Fall, eher das Gegenteil, wird wurden bestens bekocht und versorgt!

Nach unserer sehr eindrucksvollen aber auch lustigen Woche in Uganda reisten wir gut gelaunt, wohlgenährt, mit einigen Heiratsanträgen und dem Segen von Schwester Elisabeth im Gepäck weiter nach Kenia und Tansania, wo wir eine Safari machten bzw. noch eine Woche am wunderschönen Strand von Sansibar verbrachten. Auch wenn die weitere Reise ebenfalls sehr interessant und spannend war, mussten wir immer an die schöne Zeit in Uganda zurückdenken. Wir waren überrascht, wie schnell man sich an einem so fremden Ort in einem fremden Land, in dem wir noch nie zuvor waren, so wohl fühlen kann. Jeder der schon einmal in Mizigo war, weiß wahrscheinlich von welchem Gefühl wir sprechen ;)

Wir möchten uns sehr herzlich bei Maria und Markus und allen anderen, die diese Zeit in Uganda für uns unvergesslich gemacht haben, bedanken. Der Dalai Lama sagt: „Einmal im Jahr sollst du einen Ort besuchen, an dem du noch nie warst“ – aber an diesen Ort in Uganda werden wir bestimmt wieder zurückkommen! 





Reisebericht Afrika - Hannes Schaidreiter

Uganda/Kenia/Sansibar(Tansania)

29. Juli – 19. August 2017

Meine spannende Reise startete mit dem Flug über Abu Dhabi nach Entebbe/Kampala, dort empfingen uns Markus Huttegger, seine Frau Maria und sein Schwager Franz Viehhauser am Flughafen.

Unsere Gruppe bestand aus Joachim, Theresia und Sohn Sebastian Klausner, Josef und Martina Kaiser aus Obertrum, mit meinem Nachbarn Tom Viehhauser und mir. Wir durften dann gut eine Woche in der Station von Schwester Elisabeth und Margit in Mityana wohnen, reichlich essen und sämtliche Annehmlichkeiten erleben und genießen.

Von dieser Station aus managen Markus, seine Frau Maria und Mr. Frank sämtliche momentan laufende und sich evt. in Zukunft ergebende Projekte. Weiters unterstützen sie Jugendliche und führen mit ihnen Gespräche. Momentan ist gerade ein Schulprojekt am Laufen. Dieses gehört noch ausfinanziert um im Februar 2018 die Tore für die kleinsten Kids öffnen zu können und ihnen die Möglichkeit zu geben den ‚Status‘ Bildung zu bekommen, dies ist leider nicht überall Standard in Uganda bzw. in Afrika.

Wir erlebten in den Tagen in Uganda wirklich tolle Ausflüge, lernten überaus freundliche Menschen kennen und bekamen einen für mich unglaublichen Eindruck von ‚lovely‘ Uganda.

Nach der Woche ging es nach einer 14-stündigen Busfahrt von Kampala nach Nairobi über ca. 1000km zu unserem zweiten Stopp in Afrika auf Safari. Nach Camps in Nairobi bzw. auf dem Weg erreichten wir die Massai-Mara Safari. So etwas muss man erleben, um zu wissen, wie genial eine Safari ist …

 

 

 

Safari

Wenn jemand den Glauben hat, in Afrika sei es warm bzw. sogar heiß, den muss ich zumindest hier in Kenia enttäuschen. Die Safari fand auf durchschnittlich ca. 1500m Seehöhe stand, die Hauptstadt Nairobi liegt auf 1800m Seehöhe. Morgens und abends brauchten wir durchaus eine dickere Jacke.

Von Nairobi ging es mit dem Flugzeug dann weiter Richtung Sansibar (Insel in Tansania). Dort angekommen fuhren wir fast ganz in den Norden der Insel und relaxten die letzten Tage unseres Urlaubs unter Palmen, auf weißem Strand und mit einem kühlen Bier. Sonnenuntergänge inklusive.

Strand Sansibar

Hier in Sansibar direkt am indischen Ozean durfte dann auch die mitgeführte Badehose getragen werden. Die Bikini-Figur war zwar nach 2 Wochen ‚nichts-tun‘ etwas in Mitleidenschaft geraten, aber egal.

Afrika ist & war mehr als eine Reise wert.

In Uganda ermöglichen Markus Huttegger und sein Team vielen Kindern eine gute Ausbildung und somit haben diese die Möglichkeit auf eine bessere Zukunft. 



Reisebericht von Silvia Heigl

Am 4.2.2017 war es soweit. Markus und Maria Huttegger, Gfrerer Sebastian, Gruber Sebastian, und ich flogen für zwei Wochen nach Uganda. Ich kannte das Projekt aus Vorträgen und Fotos, aber ich flog zum ersten Mal nach Afrika. Endlich kamen wir am Flughafen Entebbe an, als wir das Gelände verließen, kam uns gleich ein seltsamer Geruch aus Feuer u. Rauch entgegen. Da fühlte ich zum ersten Mal Afrika! Es dämmerte schon, aber überall am Straßenrand wurde am offenen Feuer gekocht, und überall waren so viele Kinder und Leute. Der Mond ging auf, und es schien, als ob er liegen würde.

Markus hatte natürlich das Abholen organisiert, und so fuhren wir zur Missionsstation Myzigo, wo uns Sr.Elisabeth und Sr.Margit herzlich erwarteten. Wir hatten viele Termine, am Montag fuhren wir mit Geofrey nach Kassanda, zum großen Projekt, dem Schulbau! Ca. 40 junge Männer arbeiteten hier bereits am Rohbau bei Hitze und Wassermangel, viele hatten weder Schuhe, und das Werkzeug war äußerst bescheiden. Drei junge Männer gruben händisch mit einem Pickel den Trinkwasserbrunnen, der ca. 35 Fuß tief ist. Unglaublich!

Diese Schule und auch die weiteren Gebäude auf diesem Grund, eine Krankenstation wo Geofrey sicher in Zukunft Kranke behandeln wird, sind ein Segen für viele Menschen, die sonst keine Möglichkeit zu Bildung und Krankenversorgung hätten.

Wir schauten uns auch die Fortschritte, und Laborgeräte an, die auch aus der Sternsinger Spendenaktion in St.Luke´s- dem Health Center der dortigen Diözese, gekauft wurden.

Endlich können Blutuntersuchungen und Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden. In Zukunft  ist ein OP-Saal, und Geburtsvorsorge geplant. Leider sterben in Afrika noch viele  Frauen bei der Geburt! Oma (Chacha) und Tante (Aunt) kümmern sich meistens um diese Kinder, die dann aber meistens keine Schule besuchen können. Auch solche Kinder, werden von unseren Patenschaften unterstützt, damit sie eine Schule besuchen können! Wir besuchten verschiedene Schulen, und nahmen diesen Kindern Briefe und Kleidung oder Schuhe von ihren Paten daheim mit. Wir wurden sogar von einigen Eltern in ihren Lehmhütten eingeladen. Meistens bekamen wir Bananen. Das war sehr berührend. Die kleineren Geschwister fürchteten sich manchmal vor uns Weißen (Muzungus).

Wir wanderten oft zu unseren Terminen, die Kinder die uns unterwegs begegneten, nahmen oft meine Hand, und gingen einfach ein Stück mit.

Außerdem machten wir einen Abstecher in die Hauptstadt Kampala. So viele Menschen, der Lärm und die Hektik, der ganze Handel spielt sich am Gehsteig ab.

Autos, Motorräder, Fahrräder, Taxis und Fußgänger alle tummeln sich auf der Straße, es gibt keine Regelung, durch Lichthupe oder Augenkontakt verständigen sie sich. Im Afrika Valley kauften wir Souvenirs ein.

Ehrfurchtsvoll besuchten wir die Moschee, in der ca. 8000 Menschen täglich beten.

Auch nach Zigotti, in eine abgelegene Schule wanderten wir, und natürlich zum Trinkwasserbrunnen im Dorf Mawunwe welcher von der St. Josef´s Bruderschaft aus Großarl gesponsert wurde. Auf dem Heimweg besuchten wir Sr.Edith in Kyengeza, die auch  wie Sr. Elisabeth und Sr.Margit, aus dem Orden der Amrienschwestern vom Karmel aus Linz, hierher nach Uganda gezogen ist. Maria importierte sogar selbstgebackenen Lebkuchen, da war die Freude groß. Ich fragte mich, wieviel Mut und Glauben es braucht, alles zu verlassen und hierher zu ziehen!

Während unseren Fußmärschen, sahen wir schon von Weitem wo sich ein Trinkwasserbrunnen befindet, viele Frauen trugen dann ihre vollen, großen Kanister auf dem Kopf nach Hause, manchmal hatten sie noch ein Kleinkind hinten am Rücken im Tuch!

Danke großzügiger Spenden aus unserem Tal, konnten einige solcher Brunnen gebaut werden.

Leider wurde gerade, als wir vor Ort waren, ein Brunnen kaputt.

Wir organisierten einen Plumber (Installateur) und reparierten gemeinsam unter Hitze und schwierigsten Bedingungen diesen Brunnen.

Nach stundenlanger Arbeit floss endlich wieder sauberes Wasser!

Wäre dieser Brunnen nicht, holen alle verunreinigtes, schmutziges, braunes Wasser. Bei diesem Anblick konnte ich meine Tränen kaum unterdrücken.

Unser Geld ist in Afrika sehr viel wert, und mit einer kleinen Summe kann hier vielen Menschen das Lebensnotwendigste ermöglicht werden.

Ich habe mich schon ein bisschen in das Land und die Menschen, besonders die Kinder die trotz materieller Armut glücklich sind, verliebt, und werde bestimmt wieder nach Uganda fliegen.


 



Reisebericht von Verena und Rupert

 Hallo, wir heißen Verena und Rupert und wollen euch von unserem zweiwöchigen Ugandaaufenthalt in Mizigo bei Maria und Markus Huttegger berichten.  Wie Markus sind auch wir im KH Schwarzach tätig. So kam es, dass uns Markus eines Tages von seinen Projekten in Uganda erzählte und, dass er 2011 einen längeren Aufenthalt mit seiner Frau Maria in Uganda geplant habe.  Wir fanden seine Erzählungen sehr spannend und wollten die Projekte, sowie das Land und die Leute näher kennenlernen und auch mithelfen.

So flogen wir im Juni 2011 nach Entebbe, wo wir von  Markus und seinem Driver Denis abgeholt wurden. In Mizigo wurden wir von allen Bewohnern, in besonderem von Maria sehr herzlich empfangen. Sogar beim Sonntagsgottesdienst in Mityana wurden wir vom Pfarrer begrüßt. Am Abend veranstalteten die „Students“ für uns einen „Heimatabend mit Tanz und Trommel“.

 

Da wir uns ja ein wenig nützlich machen wollten, stiegen wir ins „Bankgeschäft“ ein. Wir gingen mit Markus in Mityana Holz kaufen und produzierten Sitzbänke für das Bildungsinstitut. Maria und Markus unternahmen mit uns Ausflüge in die Hauptstadt Kampala, nach Zigoti, wo die Schwestern von Karmel ihr Mutterhaus  haben und in den Busch, wo wir dabei sein durften, als ein Haus, dessen Bau Maria und Markus mit Spendengeldern finanziert hatten, eingeweiht wurde. Dann waren wir dabei, wie sie mit Sr. Margret Lebensmittel untern den Ärmsten in den Dörfern austeilten. Die Straßen zu den Dörfern waren zum Teil viel schlechter als zuhause auf  unsere  Almen. Einen weiteren Ausflug unternahmen wir zu einer Schule von „Kindern eine Chance“- einer österreichischen Organisation.


Beeindruckend für uns war auch der Besuch der Arztpraxis von Mityana, bei dem wir die Möglichkeit hatten, Malariaerreger durchs Mikroskop anzusehen.

 

Die nähere Umgebung von Mizigo lernten wir “ im Laufschritt“ kennen. Das fanden die Einheimischen sehr witzig, vor allem die Kinder riefen ganz aufgeregt „Muzungos“ und lachten uns an.


Eines Tages leihten wir uns ein altes Waffenrad aus,  um einen Ausflug zum Lake Wamala zu machen. In einem kleinen Dorf am See hielten wir an um zu rasten, wir begannen Karten zu spielen, als sich immer mehr Leute von Jung bis Alt um uns scharrten um uns zuzusehen.  Ein paar Leute informierten den Bürgermeister über uns,  der daraufhin auf uns zu kam und uns höchstpersönlich begrüßte. Danach weihten wir die Einheimischen in die Kunst des „Schnapsens“ ein, eher etwas vergeblich, aber alle hatten ihren Spaß beim gemeinsamen Kartenspiel.


 

Bei den abendlichen Gesprächen mit Maria und Markus erfuhren wir viel über Mizigo, die Schwestern von Karmel, ihre Projekte mit den „Students“ und ganz allgemein über das Land, seine Schönheiten, aber auch seine politischen und wirtschaftlichen Probleme.

In der zweiten Reisewoche gingen wir auf Safari im Queen Elizabeth NP. Die Reise dorthin organisierten wir uns selbst, wir fuhren mit einem öffentlichem Bus, was äußerst spannend war, denn der Busfahrer bremste vor „humps“ kaum ab, sodass wir immer wieder einige Zentimeter in die Höhe katapultiert wurden. In der Lodge angekommen, buchten wir einige Aktivitäten, wie eine Morgensafari, einen Ausflug zur Crater Area und eine Bootsfahrt am Lake Edward. Auf der Rückreise machten wir noch eine Wanderung durch die Vulkan Area, vorbei an wunderschönen Kraterseen, bevor wir wieder nach Mizigo zurückfuhren.

 

Maria und Markus brachten uns am letzten Tag wieder nach Entebbe.

Wir möchten uns auf diesem Weg noch einmal herzlich bei Maria und Markus für die gemeinsame Zeit in Mizigo und die vielen wertvollen und prägenden Erfahrungen bedanken. Wir können jedem nur nahelegen, das Projekt von Maria und Markus zu unterstützten, weil sie durch ihre wertvolle Arbeit jungen Menschen eine Perspektive geben.


 



Reisebericht von Maria Gfrerer

Bei einem Uganda-Vortrag von Maria und Markus im Herbst 2013 war mein Mann Sebastian (Griaßbichi Wost) besonders berührt vom Bericht der St. Josefs-Brunnen-Einweihung und dem Gedanken „Wasser ist Leben“.

Daraufhin wünschte er sich zu seinem 50. Geburtstag aus Dankbarkeit dafür, dass es uns so gut geht und wir reichlich genug zum Leben haben, von Verwandten und Freunden, die ihn beschenken wollten, die Unterstützung eines weiteren Brunnens. Er konnte dann mit Markus, Richard Schwarzenauer und Karl Schwaiger im Februar 2014 nach Uganda reisen. Er war überwältigt von den Begegnungen mit so vielen Menschen und wie viel Wertvolles hier durch die Schwestern und die langjährige und beständige Unterstützung der Hutteggers und so vieler großzügiger Menschen aus dem Pongau bereits aufgebaut werden konnte. Besonders die Freude der Kinder, die oft in Scharen zwischen den Hütten hervorlaufen, wenn sie Muzungos (Weisse / Fremde) sehen, hat ihn sehr berührt. Mit Unterstützung von Pfarrer Theo Maierhofer, der ein Auszeitjahr auf der Station verbrachte, konnte auch der Brunnenbau organisiert werden (der bereits einige Monate später gebaut wurde). – Und: er wollte wieder kommen.

So nahmen wir die Einladung von Maria und Markus an, nach Weihnachten 2014 über Neujahr mit ihnen nach Afrika zu reisen. Da wir die um einige Tage verlängerten Weihnachtsferien zeitlich gut nutzen wollten, flogen Sebastian, unser jüngster Sohn Tobias und ich, Maria, am 26. Dez. nach Uganda. Wir verbrachten vorerst drei Tage in Jinja am Viktoriasee, um langsam in Afrika anzukommen und erste Eindrücke im Land zu sammeln. Wir waren überwältigt von der Wärme, vom Grünen und üppigen Blühen – dem ungeahnten Reichtum an Pflanzen. Ebenso gut tat uns der freundlich-fröhliche Empfang durch den Taxi-Chauffeur, der uns vom Flughafen abholte, unsere Quartiergeber … Sogleich hüllte uns auch der allgegenwärtige Geruch von den Koch-Feuern ein – ein irgendwie vertrauenserweckender, heimatlicher Duft, wie früher auf unseren Almen.

Freilich wurden wir auch mit der Sinnfrage konfrontiert, wie wir uns als „reiche“ Weiße hier angemessen verhalten können angesichts der  Armut. Die Menschen wollen in Kontakt mit uns treten und setzen Hoffnungen in uns. Auch ist ihre unterwürfige Art uns zu begegnen anfangs sehr befremdlich.

Doch bereits nach einigen Tagen war unser Blick nicht mehr so sehr auf die Armut und den Schmutz (überall liegt Plastikmüll … herum) gezogen, sondern wir sahen mehr und mehr die würdevolle, fröhliche, lebendige, ruhige Ausstrahlung der Menschen.

Am 29. Dez. fuhren wir dann nach Mityana auf die Missionsstation Mizigo der Marienschwestern vom Carmel, wo Maria und Markus kurz vorher eingetroffen waren. Es tat gut, von ihnen und den beiden Schwestern Elisabeth und Margit so herzlich in ihrer zweiten Heimat aufgenommen zu werden. Wir durften im Schwestern-Konventsbereich mit den vieren mitessen und –leben, was wir als besonderes Privileg empfanden. So konnten wir spüren, wie die Schwestern und die Hutteggers mit den Jugendlichen „arbeiten“— in großer gegenseitiger Wertschätzung. Maria und Markus zeigten uns aber nicht nur die Station, sondern nahmen uns auch mit in die Dörfer und zu den Familien der Jugendlichen, … zu denen sie in den letzten sechs Jahren Beziehungen aufgebaut haben. Wir konnten auch ein Krankenhaus besuchen, lernten einen sehr engagierten Schuldirektor kennen …  und auch die kleine Jennifer, die durch die Augenkrankheit Trachon kurz vor dem Erblinden war und freuten uns sehr, die Untersuchungen, die Operation und ihren Schuleintritt unterstützen zu können.

Besonders beeindruckt hat mich, wie die Menschen verschiedener Religionszugehörigkeiten respektvoll und friedlich miteinander leben.

Auf der Station wurde am 3. Jänner eine große Profess-Feier ausgerichtet. Dabei konnten wir auch die bunte, lebendig-fröhliche Art des Feierns mit afrikanischen Tänzen und Gesängen bei einem Gottesdienst erleben, wie auch die Fülle der verschiedensten afrikanischen Speisen verkosten und genießen.

Die jungen Erwachsenen, die auf der Station leben und arbeiten, haben uns gegenüber immer wieder ihre große Dankbarkeit über die finanzielle Unterstützung ihrer Ausbildungen aus Österreich ausgedrückt.

Wir feierten Tobis 15. Geburtstag hier und fuhren aus diesem Anlass auf eine Safari in den Queen Elisabeth Nationalpark . Natürlich ist es ein besonderes Erlebnis, Afrikas Tiere aus nächster Nähe beobachten zu können. Besonders lustig waren für uns auch die Fahrten mit den Border-Borders, den Taxi-Mopeds, die an jeder Ecke bereit stehen und die für kürzere Strecken genommen werden.

Die Großherzigkeit, Tatkraft und das Wohlwollen der Schwestern haben uns drei besonders beeindruckt!

Nach einer guten Woche habe ich gespürt, wie mein Herz beginnt, hier Wurzeln zu schlagen, wie wohl ich mich fühle in diesem Land und dass auch ich das Bedürfnis habe, wieder zu kommen – „wenn´s Gott´s Will´n is“.

In großer Dankbarkeit   Maria Gfrerer



Reisebericht von Katharina Erler

Bevor wir am 15.07.2015 unsere Reise nach Uganda antraten, machte sich bei mir das Gefühl der Unsicherheit breit. Was würde uns in einem Land erwarten, dass so weit weg und ganz bestimmt ganz unterschiedlich zu unserer Heimat sein wird? – Wir waren sehr froh, dass wir diese Reise mit Maria, Markus und Franz antreten konnten.

Nach dem Flug von Salzburg nach Entebbe/Uganda über Istanbul bekamen wir am Flughafen von Entebbe bereits den ersten Eindruck, welches Gefühl die Einheimischen zur Zeit haben. Die Zeit, die wir eigentlich zum Warten einkalkuliert hatten, hat sich verdoppelt – also warteten wir schlussendlich 6 Stunden auf unser Taxi, das uns nach Mityana bringen sollte.

Doch anders als zu Hause, wo wir mit bestimmter Sicherheit durchgedreht hätten, hätte uns jemand so lange warten lassen, hat uns schon bei der Ankunft die afrikanische Lebensart eingenommen und wir nahmen das Warten hin – weil es ebenso ist.

Bei der Fahrt vom Flughafen nach Mityana zur Station Mizigo bekommt man schon einzigartige Eindrücke vom Land und von den Leuten. Die Straßen sing gesäumt von kleinen Verkaufsständen, auf denen die Frauen das selbst angebaute, in den schönsten Farben leuchtende Obst sorgfältig aufgereiht haben. Man merkt sofort, dass sich das Leben nicht in den kleinen, dunklen Hütten sondern auf der Straße abspielt. Die Frauen kochen an den Feuerstellen, die Männer spielen Brettspiele und die Kinder, machen, was Kinder eben machen – sie spielen.

Auf der Station Mizigo haben wir zusammen mit den Schwestern Elisabeth und Margit gewohnt. Das regelmäßige gemeinsame Essen mit den Schwestern hat uns die Gelegenheit gegeben mehr von den Jugendlichen, die auf der Station arbeiten zu erfahren. Den Jugendlichen, die vom Projekt „Tugende“ – Zukunft geben unterstützt werden, arbeiten in den Ferien und einige Zeit bevor sie ihre Ausbildung beginnen auf der Station – sie kochen, helfen bei der Landwirtschaft, bereiten die Zimmer vor. Auf diese Weise lernen sie, was es bedeutet Verantwortung zu übernehmen und es wird ihnen nahegebracht, dass die „Weißen“ ihnen nicht alles schenken können, sondern dass sie irgendwann einmal selbständig sein und auf eigenen Beinen stehen müssen/können. Wir machten Ausflüge in die umliegenden Dörfer, sahen uns Schulen und ein Krankenhaus an und fuhren auch in die Hauptstadt von Uganda – Kampala.

Nach ein paar Tagen auf der Station verabschiedeten wir uns von Maria, Markus und Franz und machten uns auf den Weg zum Murchison National Park. Wir verbrachten ein paar Nächte in einer Lodge und erkundeten den Nationalpark bei zwei sogenannten Games-Drives. Die Vielfalt der Natur- und Tierwelt hat uns begeistert. Wir sahen Giraffen, Büffel, unzählbare verschieden Vogelarten, Elefanten – und ein Highlight waren natürlich die Löwen. Auf einer Nilkreuzfahrt kamen wir zu den Murchisonfalls – gigantischen Wasserfällen des Nil – hier sahen wir Nilpferde und Krokodile hautnah.

So beeindruckend die Safari auch war – als wir danach wieder auf die Station kamen fühlten wir uns ein bisschen so, als ob wir wieder „zu Hause“ wären.

Nach beeindruckenden 14 Tagen in Afrika, traten wir unseren Heimweg an. Uns viel der Abschied von Mizigo und den Leuten nicht leicht, da wir so herzlich aufgenommen worden waren.

Uganda war für uns kein Urlaub – sondern ein Erlebnis, von dem wir sicher noch sehr lange zehren werden und sicher ist auch, dass wir nicht das letzte Mal dort gewesen sind, denn auch noch zu Hause denken wir oft an die Menschen, die wir dort kennengelernt haben, an ihre Schicksale und ihre Lebenseinstellung. Ich bin dankbar, dass uns Maria, Markus und Franz es ermöglicht haben, Afrika aus der Sicht der Einheimischen zu erleben und nicht aus der Sicht von Touristen.

In der Zeit, die wir in Uganda verbracht haben, haben wir auch noch mehr über das Projekt „Tugende“ erfahren und sind seither noch mehr von dem Konzept begeistert, den Jugendlichen eine Ausbildung zu ermöglichen, damit sie später auf keine Hilfe von außen mehr angewiesen sind.

Ein Zitat, dass ich kurze Zeit nach unseren Aufenthalt in Uganda entdeckt habe, beschreibt glaube ich dieses Erlebnis am passendsten „Wer einmal den Sand Afrikas in seinen Schuhen hat, wird ihn ein Leben lang nicht mehr los.“



Reisebericht von Sabrina Rohrmoser 

Vor kurzem startete ich gemeinsam mit Freunden bereits zum zweiten Mal den Ost-Afrika Trip in Mizigo/Mityana, was vor allem aufgrund vieler kontrastreicher, besonderer und  bewegender Momente, die ich dort erleben durfte, unbedingt weiter zu empfehlen ist:



- Es ist das Eintauchen in die Kultur sowie ins Leben der Jugendlichen, der Patenkinder und vieler anderer Einheimischen. Dieses Mal durfte ich Eseza und ihre Familie kennenlernen, die ich gemeinsam mit Claudia unterstütze - ein sehr freudiger und besonderer Moment. Weiters habe ich einige bekannte Jugendliche getroffen, die auf der Station arbeiten bzw. gearbeitet haben und ebenso in ihrer Ausbildung unterstützt wurden, u.a. Emma, der von einem Hüttschlager Stammtisch unterstützt wurde, sein Studium erfolgreich abgeschlossen und bereits einen Job bei einer großen Hilfsorganisation in Uganda hat.


- Die materielle Armut in Uganda sowie das Wissen, dass viele Menschen krank sind und viele Kinder ihre Eltern aufgrund von Aids verloren haben, ist traurige Wahrheit. Wobei viele der Kinder glücklicherweise von umsorgenden Großeltern versorgt werden und die für mich sichtbare materielle Armut durch die strahlenden Kinderaugen, ausstrahlende Zufriedenheit, Freundlichkeit und altruistische Haltung der Menschen in den Hintergrund rückt.

 

- OASE - Die  Zeit in dem wunderschönen Garten - voll blühendender Pflanzen, den warmen Sonnenstrahlen und dem (reflexiven) Austausch untereinander war erholsam und entspannend, außerdem war die Versorgung von Schwester Elisabeth und den jungen Köchinnen mit afrikanischem Essen und Kaiserschmarren einfach köstlich.

 

Abschließend möchte ich mich herzlichst bei Maria und Markus sowie Schwester Elisabeth für die beeindruckende und schöne Zeit in Uganda bedanken und freue mich schon auf das nächste Mal.

Liebe Grüße
Sabrina




Reisebericht von Klaudia L. und Maria N.

 

Bereits im November 2014 war für uns klar – im Juli 2015 reisen wir nach Uganda – ein noch nie besuchtes Ziel vor Augen! Wir hatten bereits viel davon gehört oder gelesen, aber was wirklich auf uns zukommen wird – hat keiner so richtig gewusst! Das Interesse für etwas Neues war groß, jedoch auch die Angst vor dem Ungewissen spielte eine kleine/große Rolle. Afrika – ein für uns unbekannter Kontinent!

Nach einem langen Flug, mit zwei Zwischenlandungen erreichen wir unseren Zielflughafen Entebbe.

Nach einem kurzen Nickerchen werden wir, noch immer erschöpft – jedoch bereit für das beginnende Abenteuer-  am Flughafen von Markus, Franz und dem Taxidriver mit einem uralten, ausgebeulten Taxibus abgeholt. Die Koffer auf dem  Dach und im Wagen verstaut, steigen wir zu zehnt in das Taxi – und los geht die rasante Fahrt.

Wir fliegen über Schlaglöcher -  links und rechts, können wir bereits in den frühen Morgenstunden ein reges Treiben auf und neben den Straßen beobachten. Österreichische Verkehrsregeln gelten hier nicht!!! Durch Hupen und Gestikulieren verschafft man sich hier Vorrang – echt gefährlich und sehr oft zum Fürchten – manchmal
glauben wir an unser frühzeitiges Ableben, aber wir überleben alle wilden Fahrten -  größtenteils schweißgebadet.


In Mityana – 80 km entfernt von Kampala- beziehen wir unser Quartier, in der Missionsstation Mizigo, dort verbringen wir nun die nächsten 2  aufregenden Wochen. Schwester Elisabeth, eine Perle, führt hier das Regiment – aber auf eine so herzliche und warme Art – hier muss man sich einfach wohl fühlen. Österreichische Küche in Uganda – so lecker!


Und weiter geht das Abenteuer – Eindrücke, Eindrücke und nochmals Eindrücke  - ohne Ende! Bunt gekleidete Menschen, lachende und weinende Kinderaugen, die zu strahlen beginnen, als sie uns, Muzungu, entdecken. Kilometerlange Fußmärsche ins Umland von Mityana zeigen uns die wahre Wohnqualität der hier lebenden Menschen – zum Teil glücklich und zufrieden – hier wird uns zum wiederholten  Male bewusst, in welchem Wohlstandsland und Luxus wir in Österreich wohnen.


Wir besuchen viele kleine Schulen, z.B. St. Francis School (302 Schüler/14 Lehrer), St. John Paul II School (100 Schüler/9 Lehrer), Christoph Bettermann School

Ein langer Fußmarsch von Zigoti aus durch das Dickicht führt uns zum St. Josef Brunnen in Marundwe und wiederum in die kleine Dorfschule. Hier werden wir überfreundlich mit einem Lied begrüßt.  

Aber wir erleben auch so manches große Leid auf unseren Fußmärschen, an Malaria erkrankte Kinder und ihre Eltern, denen das nötige Geld für Medikamente fehlt.


Geoffrey, ein angehender Arzt, zeigt uns das ortsansässige Krankenhaus – es ist traurig aber wahr – absolut kein Vergleich mit unseren Krankenhäusern!          

 

Mit Geoffrey machen wir eine wilde, rasante Pickup-Fahrt über Stock und Stein zu seiner Großfamilie. Auch dort werden wir sehr herzlich aufgenommen. Jeder von uns erhält ein kleines Sackerl mit gerösteten Erdnüssen – mmh so lecker!

Geoffreys sehnlichster Wunsch ist es, als Landarzt seine Patienten versorgen zu können.

Zweimal besuchen wir die Hauptstadt Kampala – auch ein unvergessliches Erlebnis! Ein reges Straßentreiben zwingt uns dicht beisammen zu bleiben – damit ja niemand verloren geht. Was gibt es in dieser Millionenstadt nicht – Ampeln – fast nicht zu glauben! Der Verkehr wird mit Hupen und Gestikulieren geregelt – ein Wunder, dass nicht mehr Unfälle passieren.

Für 4 Tage verlassen wir unsere Station in Mityana und begeben uns auf Safari – eine hautnahe Begegnung mit Berggorillas im Bwindi Nationalpark. Im Queen Elizabeth National Park treffen wir auf Tiere, die man sonst nur im Zoo sieht.

Sind wir nicht zu Fuß, oder mit dem Kalita-Bus (Uganda-SVV) bzw. mit ausrangierten Taxibussen unterwegs, genießen wir die Fahrt mit dem Boda-Boda (= Moped mit Driver + 2 Personen, manchmal auch mit einem Schwein und fünf Hühnern bestückt).

Nach einem anstrengenden, eindrucksstarken Tag gönnen wir uns im Kolpinghaus, mitten im Zentrum von Mityana, ein kühles Uganda Bier (Nile).

Leider gehen die 2 Wochen viel zu schnell vorüber, wir müssen wieder an die Heimreise denken, haben aber bereits für die Zukunft voraus geplant, in einigen Jahren wieder zu kommen.  

Maria H. prägt unsere Eindrücke in einem einzigen Satz: „Wenn ihr heimkommt, könnt ihr alles erzählen, die ganzen Fotos herzeigen. Aber eines wird nicht gelingen – diese Eindrücke wirklich zu vermitteln.“

Alexander, Sarah, Martin, Monica, Klaudia, Maria, Sepp